Hunde und Katzen im Winter richtig ernähren – darauf kommt es in der kalten Jahreszeit an

Drei Hunde im Schnee - Wie ernährt man Hunde und Katzen im Winter richtig?

Wenn die Temperaturen sinken, verändert sich nicht nur unser Alltag – auch der Stoffwechsel von Hunden und Katzen passt sich an die kalte Jahreszeit an. Viele Tierhalter stellen fest, dass ihr Vierbeiner im Herbst mehr Appetit entwickelt oder etwas an Gewicht zunimmt. Das ist kein Zufall, sondern ein natürlicher Mechanismus, der früher das Überleben in den Wintermonaten sicherte.

Doch braucht dein Tier im Winter tatsächlich mehr Futter? Und welche Nährstoffe unterstützen Gesundheit, Immunsystem und Fell optimal? Als Tierernährungsberaterin und Tierheilpraktikerin erkläre ich, worauf du bei der Winterfütterung achten solltest.

Benötigen Hunde und Katzen im Winter mehr Energie?

Ob der Energiebedarf steigt, hängt vor allem von der Lebensweise des Tieres ab. Hunde, die täglich lange Spaziergänge bei niedrigen Temperaturen unternehmen, Arbeitshunde oder Tiere in Außenhaltung verbrauchen deutlich mehr Energie als Wohnungshunde oder Wohnungskatzen.

Für gesunde Hunde und Katzen, die überwiegend im warmen Haus leben und nur kurze Zeit im Freien verbringen, ist eine generelle Erhöhung der Futtermenge dagegen meist nicht notwendig. Übermäßige Fütterung führt schnell zu unerwünschtem Übergewicht.

Beobachte deshalb regelmäßig das Körpergewicht und den Ernährungszustand deines Tieres. Bei Bedarf kann die Futterration individuell angepasst werden.

Hochwertige Fette unterstützen im Winter

Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit hochwertigen Fettsäuren. Sie liefern konzentrierte Energie und unterstützen gleichzeitig Haut, Fell und das Immunsystem.

Geeignet sind beispielsweise:

  • Lachsöl als Quelle wertvoller, tierischer Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA)
  • Leinöl als Quelle wertvoller, pflanzlicher Omega-3-Fettsäuren (alpha-Linolensäure)
  • Distelöl, Hanföl, Walnussöl u.a mit der essenziellen Linolsäure

Die Öle sollten immer sparsam dosiert und auf den Bedarf des jeweiligen Tieres abgestimmt werden. Nicht jedes Öl eignet sich für jedes Tier oder jede Ration.

Das Immunsystem zusätzlich unterstützen

Der Wechsel zwischen warmer Wohnung und kalter Außenluft stellt den Organismus vor Herausforderungen. Ein ausgewogenes Futter mit hochwertigen Proteinen, essenziellen Fettsäuren sowie ausreichend Vitaminen und Spurenelementen bildet die Grundlage für ein leistungsfähiges Immunsystem.

Gerade ältere Tiere oder Vierbeiner mit Vorerkrankungen profitieren von einer individuell angepassten Ernährung.

Wenn Hunde Schnee fressen

Viele Hunde fressen beim Spaziergang gern Schnee. Kleine Mengen sind meist unproblematisch. Größere Mengen können jedoch die Magenschleimhaut reizen und zu Erbrechen oder Magenbeschwerden führen. Die Diagnose lautet dann oft Schnee-Gastritis.

Tritt dies häufiger auf, sollte der Hund möglichst daran gehindert werden, größere Mengen Schnee aufzunehmen.

Außerdem lohnt sich ein Blick auf den Schnee: Wurde dieser mit Rieseln oder Salz behandelt? Sind es Schneereste an viel befahrenen Straßen? Vom Verzehr solchen Schnees ist grundsätzlich abzuraten.

Braucht mein Hund im Winter einen Mantel?

Hundemäntel werden oft kontrovers diskutiert. Tatsächlich profitieren viele Hunde von zusätzlichem Schutz vor Kälte und Nässe.

Dazu gehören unter anderem:

  • kurzhaarige Rassen
  • kleine Hunde
  • ältere Tiere
  • sehr schlanke Hunde
  • kranke oder geschwächte Tiere

Ein gut sitzender Hundemantel kann helfen, den Wärmeverlust zu reduzieren und das Wohlbefinden bei kaltem Wetter deutlich zu verbessern.

Dagegen benötigen gesunde Hunde mit dichtem Winterfell in der Regel keinen Mantel. Tiere, die dauerhaft draußen leben und sich langsam an die sinkenden Temperaturen gewöhnen konnten, entwickeln meist ein entsprechend schützendes Winterfell. Ihr Energiebedarf ist allerdings häufig höher als der von Wohnungstieren.

Welche Lebensmittel eignen sich im Winter besonders?

Auch aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird die Ernährung im Winter angepasst. Dabei stehen wärmende Lebensmittel im Mittelpunkt. Wissenschaftlich sind diese Empfehlungen nicht vollständig belegt, viele Tierhalter berichten jedoch über gute Erfahrungen.

Zu den häufig empfohlenen Lebensmitteln gehören:

  • Rind
  • Lamm
  • Wild
  • Ente
  • fettreicher Meeresfisch
  • Reis
  • Hirse
  • gekochte Karotten
  • schonend gegartes Gemüse
  • kleine Mengen gemahlene Walnüsse (für Hunde)

Kalte oder direkt aus dem Kühlschrank gefütterte Mahlzeiten sowie große Mengen Rohkost werden nach der TCM eher zurückhaltend eingesetzt.

Mein Praxistipp als Tierernährungsberaterin

Nicht jede Winterfütterung passt zu jedem Tier. Alter, Aktivität, Gesundheitszustand und Haltungsform spielen eine entscheidende Rolle. Eine individuell angepasste Fütterung unterstützt nicht nur das Immunsystem, sondern hilft auch dabei, Übergewicht oder Nährstoffmängel zu vermeiden. Besonders bei Senioren oder chronisch kranken Tieren lohnt sich eine professionelle Ernährungsberatung.

Hunde und Katzen im Winter richtig ernähren – darauf kommt es in der kalten Jahreszeit an