Leckerlis gehören für viele Hunde zum Alltag. Sie dienen als Belohnung beim Training, als kleine Aufmerksamkeit zwischendurch oder einfach als Zeichen der Zuneigung. Doch hast du schon einmal einen Blick auf die Zutatenliste geworfen?
Viele handelsübliche Hundesnacks enthalten viel Energie, Zucker oder technologische Zusatzstoffe, die ernährungsphysiologisch wenig Mehrwert bieten. Das bedeutet nicht, dass jedes Leckerli schlecht ist – entscheidend sind Qualität, Menge und Zusammensetzung.
In diesem Artikel erfährst du, worauf du beim Kauf achten solltest, warum selbstgemachte Hundeleckerlis oft die bessere Wahl sind und wie du sie ganz einfach selbst herstellen kannst.
Sind Hundeleckerlis wirklich ungesund?
- Zucker oder zuckerhaltige Zutaten
- Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffe
- unnötige Füllstoffe
- viel Fett und damit viele Kalorien
Vor allem bei kleinen Hunden können schon wenige zusätzliche Leckerlis einen erheblichen Anteil des täglichen Energiebedarfs decken.
Praxistipp
Belohnungen sollten möglichst nicht mehr als etwa 10 % der täglichen Kalorienaufnahme ausmachen. Ziehe die Menge der Leckerlis von der normalen Futterration ab, damit dein Hund langfristig sein Idealgewicht behält.Was sagt Stiftung Warentest?
Auch unabhängige Untersuchungen zeigen, dass Qualität und Zusammensetzung vieler Hundesnacks verbesserungswürdig sind. Stiftung Warentest bewertete bereits verschiedene Hundeleckerlis kritisch und bemängelte unter anderem die Nährstoffzusammensetzung sowie den ernährungsphysiologischen Nutzen einiger Produkte.
Das bedeutet jedoch nicht, dass grundsätzlich alle Hundesnacks ungeeignet sind. Ein genauer Blick auf die Zutatenliste lohnt sich immer.
Marketing ersetzt keine Qualität
- Welche Zutaten stehen an erster Stelle?
- Ist der Fleischanteil nachvollziehbar?
- Sind Zucker oder Sirupe enthalten?
- Werden viele Zusatzstoffe eingesetzt?
Je kürzer und verständlicher die Zutatenliste, desto besser lässt sich die Qualität meist beurteilen.
Sind tierische Nebenprodukte grundsätzlich schlecht?
Nein.
Tierische Nebenprodukte werden häufig pauschal negativ bewertet. Tatsächlich gehören viele davon auch zur natürlichen Ernährung von Fleischfressern.
Frisst ein Hund oder Wolf ein Beutetier, werden nicht ausschließlich Muskelfleisch, sondern beispielsweise auch Innereien, Knorpel oder andere Gewebe aufgenommen. Diese liefern teilweise sogar wertvolle Nährstoffe.
Entscheidend ist deshalb nicht allein der Begriff “tierische Nebenprodukte”, sondern deren Qualität und Verarbeitung.
Gesunde Alternativen zu gekauften Hundeleckerlis
- kleine Stücke Käse
- getrocknete Leber
- kleine Trockenfische
- gekochtes Fleisch
- selbst hergestellte Leckerlis
Diese bestehen häufig aus deutlich weniger Zutaten und lassen sich gut an die individuellen Bedürfnisse deines Hundes anpassen.
Hundeleckerlis einfach selbst backen
Selbstgemachte Hundeleckerlis sind schnell hergestellt und du weißt genau, welche Zutaten enthalten sind.
Einfaches Grundrezept
Du benötigst:
- 250 g Quark
- 1 Banane
- 3 Eier
- 100 g Mehl (z. B. Buchweizenmehl, Kokosmehl oder fein gemahlene Haferflocken)
Zubereitung
- Alle Zutaten gut verrühren.
- Den Teig in eine Backmatte oder auf ein Backblech geben.
- Bei etwa 160 °C rund 30 Minuten backen.
- Anschließend bei etwa 100 °C etwas nachtrocknen lassen.
Variieren kannst du das Rezept beispielsweise mit:
- Hüttenkäse
- Leberwurst
- Thunfisch
- gekochter Leber
So entstehen individuelle Snacks, die dein Hund lieben wird.
Praxistipp
Da selbstgemachte Leckerlis keine Konservierungsstoffe enthalten, solltest du nur kleine Mengen im Kühlschrank aufbewahren. Größere Portionen lassen sich hervorragend einfrieren und bei Bedarf auftauen.
Hundekekse mit Haferflocken und Karotte
Zutaten
- 200 g feine Haferflocken
- 1 mittelgroße Karotte, fein geraspelt
- 1 Ei
- 2 EL ungesüßtes Apfelmus oder Kürbispüree
- 1–2 EL Wasser (falls der Teig zu trocken ist)
Zubereitung
- Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze
- Haferflocken (bei Bedarf kurz im Mixer mahlen) mit der geraspelten Karotte vermengen.
- Ei und Apfelmus hinzufügen und alles zu einem festen Teig verkneten.
- Ist der Teig zu trocken, esslöffelweise Wasser zugeben.
- Den Teig etwa 5 mm dick ausrollen und mit Ausstechformen oder einem Messer in kleine Stücke schneiden.
- Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
- 20–25 Minuten backen, bis die Kekse leicht gebräunt sind.
- Für besonders knusprige Leckerlis den ausgeschalteten Ofen einen Spalt öffnen und die Kekse weitere 30–60 Minuten darin trocknen lassen.
Aufbewahrung
- Luftdicht verschlossen: 1 Woche.
- Im Kühlschrank: bis zu 2 Wochen.
- Tiefgekühlt: 2–3 Monate.
Variationen
- 🥜 1 EL ungesüßte Erdnussbutter (ohne Xylit/Birkenzucker)
- 🥩 2 EL gekochtes, fein gehacktes Hähnchen
- 🎃 Kürbispüree statt Apfelmus
- 🌿 Etwas gehackte Petersilie für einen frischeren Atem
Darauf solltest du verzichten
Verwende keine Zutaten wie:
- Schokolade
- Weintrauben oder Rosinen
- Zwiebeln oder Knoblauch
- Xylit (Birkenzucker)
- Macadamianüsse
- Stark gesalzene oder gewürzte Zutaten
Wenn dein Hund Allergien oder einen empfindlichen Magen hat, passe die Zutaten entsprechend an.
Knusprige Hundekekse mit Haferflocken und Parmesan
Zutaten
- 200 g Haferflocken (fein gemahlen)
- 100 g Dinkelvollkornmehl (oder Reismehl)
- 40 g fein geriebener Parmesan
- 1 Ei (Größe M)
- 2 EL Olivenöl
- 80–100 ml Wasser
Zubereitung
- Backofen auf 160 °C Umluft oder 180 °C Ober-/Unterhitze
- Alle trockenen Zutaten vermischen.
- Ei, Öl und nach und nach das Wasser hinzufügen und zu einem festen Teig verkneten.
- Den Teig 2–3 mm dünn
- Kleine Kekse ausstechen oder mit einem Pizzaschneider in Quadrate schneiden.
- 30–35 Minuten
- Anschließend den Ofen auf 80–90 °C herunterstellen und die Kekse 60–90 Minuten trocknen, dabei die Ofentür mit einem Holzlöffel einen kleinen Spalt offen lassen.
Haltbarkeit
- In einer Keksdose oder einem Schraubglas: 3–4 Wochen, wenn sie vollständig durchgetrocknet sind.
- Falls sie noch Restfeuchtigkeit haben, lieber im Kühlschrank aufbewahren.
Extra-knuspriger Trick
Du kannst die Haferflocken vor dem Mahlen 5–10 Minuten trocken in einer Pfanne anrösten. Das sorgt für ein nussiges Aroma und unterstützt eine knusprige Konsistenz.Beliebte Geschmacksvarianten
- 🐟 Thunfisch (im eigenen Saft, gut abgetropft)
- 🥕 Karotte
- 🎃 Kürbis
- 🥩 Gekochtes Hähnchen oder Rindfleisch (fein püriert)
- 🍎 Etwas ungesüßtes Apfelmus
Wichtig: Parmesan ist wegen seines Salzgehalts nur in kleinen Mengen gedacht – die oben angegebene Menge verteilt sich auf viele Leckerlis und dient hauptsächlich dem Geschmack. Wenn du einen Dörrautomaten hast, kannst du die Kekse nach dem Backen auch 2–4 Stunden bei etwa 70 °C trocknen. Dadurch werden sie oft noch härter und knuspriger als im Backofen.
Warum die Qualität der Belohnung wichtig ist
Viele Hunde erhalten täglich mehrere Leckerlis – beim Spaziergang, im Hundesport oder beim Training.
Dadurch können sich minderwertige Zutaten und unnötige Kalorien über Monate oder Jahre summieren. Besonders bei empfindlichen Hunden können ungeeignete Snacks Verdauungsprobleme, Übergewicht oder Unverträglichkeiten begünstigen.
Deshalb lohnt es sich, auch bei Belohnungen auf Qualität zu achten.
Fazit
Leckerlis gehören für viele Hunde zum Alltag und können sinnvoll in Training und Beschäftigung eingesetzt werden. Entscheidend ist jedoch die Auswahl.
Je natürlicher die Zutaten, desto besser. Selbstgemachte Hundeleckerlis bieten den Vorteil, dass du alle Inhaltsstoffe kennst und individuell auf deinen Hund abstimmen kannst.
Achte außerdem darauf, Leckerlis in die tägliche Futtermenge einzurechnen. So bleibt dein Hund fit, gesund und wird trotzdem regelmäßig belohnt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wie viele Leckerlis darf mein Hund am Tag bekommen?
Leckerlis sollten insgesamt nicht mehr als etwa 10 % des täglichen Energiebedarfs ausmachen. Werden viele Belohnungen gegeben, sollte die Hauptfuttermenge entsprechend angepasst werden, damit der Hund nicht zunimmt.
- Welche Leckerlis sind besonders gesund?
Besonders geeignet sind naturbelassene Belohnungen wie kleine Stücke gekochtes Huhn, getrocknetes Herz oder Leber, kleine Käse-Stücke, Gurken oder gefriergetrocknetes Fleisch. Entscheidend ist eine hochwertige Zusammensetzung ohne unnötige Zuckerzusätze, Farb- oder Konservierungsstoffe.
- Können Leckerlis Übergewicht verursachen?
Ja. Viele Hundebesitzer unterschätzen die Kalorien kleiner Belohnungen. Mehrere Leckerlis über den Tag verteilt können schnell den Energiebedarf überschreiten und langfristig zu Übergewicht führen.
- Sollte ich meinem Hund täglich Leckerlis geben?
Leckerlis dürfen täglich gegeben werden, wenn sie bewusst in die gesamte Futterration eingeplant werden. Qualität und Menge sind dabei wichtiger als die Häufigkeit.
- Sind Kauartikel gesünder als normale Leckerlis?
Nicht grundsätzlich. Einige natürliche Kauartikel können die Kaumuskulatur beschäftigen und zur Zahnpflege beitragen. Viele industrielle Kauartikel enthalten jedoch Zucker, Geschmacksverstärker oder minderwertige Zutaten. Der Energiewert von 100 g Kauartikel entspricht häufig dem von 100 g Trockenfutter.
- Welche Leckerlis eignen sich für Hunde mit Allergien?
Bei Futtermittelallergien sollten möglichst Belohnungen aus derselben Proteinquelle gewählt werden, die der Hund gut verträgt. Monoprotein-Leckerlis oder selbst zubereitete Belohnungen sind häufig eine gute Wahl.
- Darf ich meinem Hund Obst und Gemüse als Belohnung geben?
Ja, viele Hunde mögen kleine Mengen Karotten, Gurken, Heidelbeeren oder Apfelstücke. Nicht jedes Obst oder Gemüse ist jedoch geeignet. Weintrauben, Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch und Avocado sollten Hunde nicht erhalten.
- Woran erkenne ich hochwertige Hundeleckerlis?
Hochwertige Leckerlis bestehen aus wenigen, klar deklarierten Zutaten. Ein hoher Fleischanteil oder reine Fleischprodukte sowie der Verzicht auf Zucker, künstliche Farb- und Konservierungsstoffe sprechen für eine gute Qualität.
- Kann ich Leckerlis selbst herstellen?
Ja. Selbstgemachte Leckerlis bieten den Vorteil, dass Sie genau wissen, welche Zutaten enthalten sind. Geeignet sind beispielsweise kleine Fleischwürfel, getrocknetes Fleisch oder selbst gebackene Hundekekse aus hochwertigen Zutaten.
- Welche Leckerlis eignen sich besonders gut fürs Hundetraining?
Für das Training sind kleine, weiche und schnell zu schluckende Leckerlis ideal. Eine Scheibe Edamer lässt sich in zig kleine Leckerlies teilen. So bleibt der Hund konzentriert und wird nicht durch langes Kauen vom Training abgelenkt.
- Was kann ich statt Leckerlis zur Belohnung einsetzen?
Nicht jeder Hund benötigt Futter als Belohnung. Viele Hunde freuen sich ebenso über gemeinsames Spielen, ein Lieblingsspielzeug, Streicheleinheiten oder verbales Lob. Welche Belohnung am besten wirkt, hängt vom jeweiligen Hund ab.
Du möchtest tiefer in die Hundeernährung einsteigen?
Wenn du verstehen möchtest, wie industrielles Hundefutter, Zusatzstoffe, Snacks und Kauartikel zusammengesetzt sind und welche Auswirkungen sie auf die Gesundheit haben können, findest du in unseren Fachseminaren und Ausbildungen fundiertes Wissen für Tierhalter und Ernährungsberater.
Dort beschäftigen wir uns unter anderem mit:
- industriellem Nass- und Trockenfutter
- technologischen Zusatzstoffen
- Kauartikeln und Snacks
- BARF und Frischfütterung
- ernährungsbedingten Erkrankungen