Hamster leben als Einzelgänger und sind nachtaktiv. Ihre Lebenserwartung ist mit 1,5-3 Jahren nicht besonders hoch. Sie gehören in die Hände von absoluten Fans und sind für Kinder nicht geeignet. Neben dem Goldhamster tummeln sich inzwischen auch Campbells, Dsungaren, deren Hybride sowie Roborowskis und Streifenhamster in Menschenhand. Alle Hamster können eine Diabetes mellitus ausbilden.
Doch bei Campbells, Hybriden und den Chinesischen Streifenhamstern liegt die Veranlagung bereits in den Genen. Umso wichtiger ist es, diese Tiere von Anfang an artgerecht zu füttern.
Ursprünglicher Lebensraum
Wir werfen zuerst einen Blick auf den typischen Lebensraum der allermeisten Hamster: Die Landschaft ist trocken mit kargem Nahrungsangebot (Steppe), die von Sträuchern durchsetzt sein kann. Es wachsen Gräser und Kräuter, die Samen bilden. Diese machen den Hauptbestandteil der Ernährung aus.
Außerdem werden frische Kräuter oder Halme gefressen. Ein weiterer wichtiger Faktor der Ernährung sind Insekten. Hamster benötigen vor allem während der Jungtieraufzucht tierisches Protein.
Die Futterpflanzen dieser kargen Landschaften, in denen wir wilde Hamster antreffen, bieten nur sehr wenig Zucker. Die Hamster müssten bereits Blüten mit dem enthaltenen Nektar fressen – das machen sie auch. Insgesamt ist die aufgenommene Zuckermenge jedoch verschwindend gering.
Jeder Hamster ist perfekt an seinen natürlichen Lebensraum angepasst – und genau daran sollte sich auch seine Ernährung orientieren. Eine wirklich gute Futtermischung bildet das ursprüngliche Nahrungsangebot der jeweiligen Hamsterart möglichst genau nach. Deshalb ist es wichtig, nicht zu irgendeinem Kleinnagerfutter zu greifen, sondern gezielt das artspezifisch abgestimmte Hamsterfutter zu wählen.
Das passende Futter für Hamster wählen
Hochwertige Mischungen bestehen aus einer ausgewogenen Kombination aus Saaten, Blüten, Kräutern und tierischem Eiweiß in Form von Futterinsekten.
Besonders empfehlenswert ist das auf jede Hamsterart individuell zugeschnittene Futter von hamsterwelten.de, bei dem großer Wert auf natürliche Zusammensetzung und ein ausgewogenes Verhältnis der Ölsaaten gelegt wird.
So wird dein Hamster optimal versorgt – ganz ohne unnötige Zusätze.
Auf Zucker, gefärbte Pellets sowie künstliche Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffe wird bewusst verzichtet. Denn auch versteckte Zuckerarten wie Melasse, Fruktose oder Saccharose gehören nicht in einen artgerechten Futternapf.
Naturnahes Futter ist nicht nur gesünder, sondern unterstützt auch das natürliche Fressverhalten deines Hamsters.
Es gibt auch die Hamster, die nicht genetisch den Diabetes mitbringen. Hier wären Goldhamster, Roborowski, Dsungaren und Streifenhamster zu nennen. Diese sollen dennoch nur sehr wenig Zucker erhalten. Kernobst darf es deswegen gar nicht geben. Wer sich unsicher ist, sollte es bei Kräutern, Blättern von Salaten und Gräsern belassen.
Wer seinen Hamstern gerne Leckerchen gibt, kann die Futterinsekten aus der Futtermischung sortieren und diese persönlich überreichen. Mit etwas Zuwendung gelingt das bei vielen Hamstern.
Boxhornklee senkt den Blutzucker
Was bei uns Menschen funktioniert, klappt häufig auch bei unseren Haustieren. Wenn es darum geht, den Blutzucker zu senken, dann können die Samen des Boxhornklees helfen. Doch Vorsicht, ein Übermaß kann einen Zuckersturz auslösen.
Ein Zwerghamster, der bereits an Diabetes mellitus leidet, soll nicht mehr als 15 Samen pro Tag erhalten. Es kann nicht schaden, vor einer Erkrankung täglich bereits ein paar wenige Samen zu geben. Im Idealfall werden diese über den Tag verteilt. Auch die 15 Samen für einen erkrankten Hamster sollen nicht mit einem Mal gegeben werden.
Hamster sind nachtaktiv und schlafen am Tag. Wer seinen Boxhornklee über die Nacht verteilen will, muss erfinderisch werden. Ein Futterautomat für Aquarien kann hilfreich sein. Es muss sich lediglich um ein Modell handeln, dessen Fächer manuell befüllt werden. Der Futterautomat besteht meistens aus Kunststoff und soll unerreichbar für den Hamster sein. Er wird allerdings schnell begreifen, dass das Summen bedeutet, dass Futter kommt. Das Trockenfutter ließe sich auf diesem Wege ebenfalls portionieren, solange es nicht in die Einstreu, sondern auf eine feste Fläche fällt.
Die besonders gefährdeten Hamsterarten
Campbell-Zwerghamster: Ob auch wilde Campbells eine genetische Affinität zum Diabetes haben, ist bislang ungeklärt. Unsere Haushamster tendieren zumindest zu Diabetes Typ 2, der sich durch eine gesunde Ernährung häufig vermeiden lässt. Auch eine Gewichtskontrolle ist ratsam. Die Futtermischung darf deswegen nicht übermäßig viele Ölsaaten enthalten. Wenn der Campbell-Zwerghamster in einem kleinen Hamsterstall nicht viel Bewegung hat, kann ein Laufrad für Abhilfe sorgen. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der Hamster nicht zu viel läuft und dass der Durchmesser des Laufrades mindestens bei 20, besser bei 25 cm liegt.
Hybride aus Dsungaren und Campbells: Die Campbells lassen ihre genetische Veranlagung zum Diabetes immer in die Hybride einfließen. Auch diese tendieren zum Typ 2. Es sind die identischen Maßnahmen, wie für Campbells zu ergreifen.
Chinesischer Streifenhamster: Einst wurde angenommen, dass Chinesische Streifenhamster zum Diabetes Typ 1 tendieren. Inzwischen stellt sich heraus, dass sie lediglich wenig Insulin produzieren und deswegen wie bei einem Diabetes Typ 1 erscheinen können. Sie tendieren jedoch zu einer Mischung aus Typ 1 und Typ 2. Wichtig ist es, die Bauchspeicheldrüse von Anfang an durch eine zuckerarme Ernährung zu entlasten. Je weniger Zucker, umso besser ist das für den Zwerghamster. Auch Streifenhamster sollen sich bewegen.
Wer den Einstiegstermin verpasst hat, kann anhand der aufgezeichneten Webinare den Stoff nachlernen und dann in den laufenden Kurs einsteigen.
Ausführliche Informationen dazu findest du auch HIER
Wie macht sich Diabetes bei Zwerghamstern bemerkbar?
Das ungeübte Auge bemerkt den Diabetes mellitus häufig erst in einem späten Stadium. Im frühen Stadium lassen es sich die Tiere oft nicht anmerken.
Dennoch sollte beim Kontrollieren auf Folgendes geachtet werden:
– trinkt und uriniert der Hamster besonders viel?
– bleibt das Tier häufig liegen und wirkt erschöpft?
– Diabetes Typ 1: ist der Hamster zu mager?
– Diabetes Typ 2: ist der Hamster übergewichtig?
– Diabetes Typ 2: neigt das Tier zu Fressattacken?
Es gibt weitere Symptome wie juckende Haut, Übelkeit, Sehstörungen, Infektanfälligkeit oder Konzentrationsstörungen. Diese sehen wir dem Tier aber allerhöchstens im Endstadium an.
Im Idealfall wird Diabetes mellitus vermieden. Für die erfolgreiche Behandlung ist es entscheidend, ein frühes Stadium bereits zu erkennen. Wenn der ehemals putzmuntere und flinke Hamster sein typisches Verhalten nicht mehr auslebt, ist das immer ein Alarmzeichen. Genau dann soll auf all diese Symptome besonders gewissenhaft geachtet werden.
Es kann aber auch einfach sein, dass das gute Tier alt geworden ist. Je nach Hamsterart und Einzeltier ist eine Lebenserwartung zwischen 1,5 und 3 Jahren realistisch. Überschreitet der Hamster bereits zwei Lebensjahre und wurde vorbildlich gefüttert, dann ist das Tier eventuell nicht krank, sondern alt und dennoch gut zufrieden.
Vielen Dank an unsere Spezialisten Robert Brungert (Artikel) und Heiko Fröhlich (Fotos)