Blogbeitrag

Was macht ein Tierernährungsberater?

Ernährungsberatung auch mal vor Ort - Heidi Herrmann mit Kundin

Aufgaben, Ausbildung, Beruf und Chancen in der Tierernährungsberatung

Wer sein Tier liebt, möchte es gut ernähren. Doch was bedeutet eine bedarfsgerechte Ernährung eigentlich? Wie viel Energie, Protein, Calcium oder andere Nährstoffe benötigt ein Tier tatsächlich? Warum passt ein Futter, das für den einen Hund gut funktioniert, nicht automatisch auch für den nächsten? Und wann kann eine individuell berechnete Ration sinnvoll sein?

Genau hier setzt die Arbeit von Tierernährungsberaterinnen und Tierernährungsberatern an.

Sie unterstützen Tierhalter dabei, die Ernährung ihres Tieres fachlich fundiert zu beurteilen, Rationen zu berechnen und die Fütterung an die individuellen Bedürfnisse des Tieres anzupassen.

Dabei ersetzt eine Ernährungsberatung keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung. Vielmehr können Tierarzt und Tierernährungsberater sinnvoll zusammenarbeiten – insbesondere dann, wenn neben der allgemeinen Fütterung auch besondere gesundheitliche Anforderungen berücksichtigt werden müssen.

Was ist ein Tierernährungsberater?

Ein Tierernährungsberater beschäftigt sich professionell mit der bedarfsgerechten Ernährung von Tieren.

Zu den Aufgaben können unter anderem gehören:

  • den individuellen Nährstoff- und Energiebedarf eines Tieres zu ermitteln
  • Rationen zu berechnen und zu überprüfen
  • selbst zubereitete Rationen zu planen
  • Fertigfutter fachlich zu bewerten
  • verschiedene Fütterungsformen miteinander zu vergleichen
  • die Fütterung an Alter, Gewicht, Aktivität und Lebenssituation anzupassen
  • Tierhalter bei Fragen zur Ernährung fachlich zu begleiten
  • bei gesundheitlichen Problemen die Ernährung auf Grundlage einer tierärztlichen Diagnose entsprechend anzupassen

Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Fütterungsform grundsätzlich als richtig oder falsch zu bewerten. Entscheidend ist vielmehr, ob die gewählte Fütterung den individuellen Bedarf des Tieres abdeckt und zu Tier und Halter passt.

Was macht ein Tierernährungsberater konkret?

Rationsberechnung

Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Berechnung und Beurteilung von Rationen.

Dabei wird beispielsweise betrachtet, wie viel Energie, Protein, Aminosäuren, Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine ein Tier benötigt und in welcher Menge diese Nährstoffe über die Ration bereitgestellt werden.

Eine professionelle Rationsberechnung kann dabei helfen, Versorgungslücken oder Überversorgungen zu erkennen und die Fütterung gezielt anzupassen.

Den G&H Rationsrechner gibt es für Hund & Katze und für das Pferd.

Digitale Berechnungsprogramme können die Arbeit dabei erheblich erleichtern. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Bedienung eines Rationsrechners, sondern das fachliche Verständnis hinter den Berechnungen.

Auszug aus dem G&H Rationsrechner Pferd - Beispielsrechnung Pferd mit Tabellen und Diagrammen
Auszug aus dem G&H Rationsrechner

Beratung zu verschiedenen Fütterungsformen

BARF, Nassfutter, Trockenfutter, selbst zubereitete Rationen oder andere Fütterungskonzepte – die Möglichkeiten sind vielfältig. Eine gute Ernährungsberatung sollte deshalb nicht von vornherein eine bestimmte Fütterungsform bevorzugen, sondern prüfen: Was passt zu diesem Tier, seinem Bedarf, seiner Lebenssituation und zu den Möglichkeiten seines Halters? Gerade bei selbst zusammengestellten Rationen ist es wichtig, die Nährstoffversorgung nicht nur anhand einzelner Zutaten zu beurteilen, sondern die gesamte Ration zu betrachten.

Bewertung von Fertigfutter

Auch bei Fertigfutter lohnt sich ein genauer Blick. Ein Tierernährungsberater kann beispielsweise die Deklaration und die Zusammensetzung eines Futters betrachten und beurteilen, ob es für das betreffende Tier und seine Bedürfnisse geeignet sein kann. Dabei geht es nicht allein um Werbeaussagen auf der Verpackung, sondern um die ernährungsphysiologische Zusammensetzung und die tatsächliche Versorgung des Tieres.

Ernährung bei besonderen Bedürfnissen und Erkrankungen

Auch die Ernährung kann bei bestimmten Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen. Beispielsweise können sich bei Erkrankungen von:

  • Niere
  • Leber
  • Magen-Darm-Trakt
  • Bauchspeicheldrüse
  • Stoffwechsel
  • Harnwegen

besondere Anforderungen an die Fütterung ergeben. Hier ist die Zusammenarbeit mit dem behandelnden Tierarzt besonders wichtig. Diagnose und tiermedizinische Behandlung gehören in die Hände des Tierarztes. Die Ernährungsberatung kann anschließend dabei unterstützen, die Ernährung entsprechend der tierärztlichen Diagnose und Empfehlung fachgerecht anzupassen. Gerade deshalb reicht es für die Arbeit mit erkrankten Tieren nicht aus, nur Grundlagen der Fütterung zu kennen. Wer sich auf diesen Bereich spezialisieren möchte, benötigt weiterführendes Wissen über Gesundheit, Erkrankungen und Diätetik.

Für welche Tiere kann man Tierernährungsberater werden?

„Tierernährungsberater“ ist kein einheitliches Berufsbild, das sich ausschließlich auf eine bestimmte Tierart bezieht.

Wer in diesem Bereich arbeiten möchte, kann sich auf eine oder mehrere Tierarten spezialisieren.

Bei G&H Tierernährung gibt es beispielsweise Ausbildungen bzw. Qualifikationen für:

🐕 Hunde

Die Ausbildung zum Hunde-Ernährungs- & Gesundheitsberater/in verbindet die Grundlagen der Hundeernährung mit weiterführendem Wissen zu Gesundheit und Diätetik.

Der erste Ausbildungsabschnitt zum Hundeernährungsberater umfasst 112 Stunden.

🐴 Pferde

Bei der Ausbildung zum Pferdeernährungsberater stehen unter anderem die besonderen Anforderungen der Pferdefütterung, Bedarfsberechnung, Rationsgestaltung und die praktische Umsetzung im Mittelpunkt.

🐈 Katzen

Die Katzenernährung kann bei G&H Tierernährung als Zusatzqualifikation für bereits ausgebildete Hundeernährungsberaterinnen und Hundeernährungsberater erlernt werden.

Damit wird berücksichtigt, dass Katzen in ihrer Ernährung besondere Anforderungen haben und nicht einfach wie „kleine Hunde“ gefüttert werden können.

Hund im Arm einer Frau - Was macht ein Tierernährungsberater konkret?

Wer braucht eine Tierernährungsberatung?

Eine Ernährungsberatung kann für ganz unterschiedliche Tierhalter interessant sein. Zum Beispiel für Menschen, die:

  • die Ernährung ihres Hundes oder ihrer Katze überprüfen lassen möchten
  • BARF oder selbst zubereitete Rationen füttern möchten
  • unsicher sind, ob ein Fertigfutter zum Tier passt
  • die Ernährung eines Welpen oder Junghundes planen möchten
  • einen älteren Hund oder ein älteres Pferd bedarfsgerecht ernähren möchten
  • bei besonderen Anforderungen an die Fütterung Unterstützung suchen
  • die Ration ihres Pferdes überprüfen lassen möchten
  • nach einer tierärztlichen Diagnose die Ernährung entsprechend anpassen müssen

Auch Hundezüchter, Hundetrainer, Tierheilpraktiker, Tierphysiotherapeuten oder andere Fachpersonen aus dem Tierbereich können von fundiertem Wissen über Tierernährung profitieren.

Wie wird man Tierernährungsberater?

Eine wichtige Besonderheit: Die Bezeichnung Tierernährungsberater ist in Deutschland nicht mit einem einheitlich staatlich geregelten Ausbildungsweg verbunden. Deshalb unterscheiden sich die angebotenen Ausbildungen teilweise erheblich – sowohl hinsichtlich Ausbildungsdauer als auch hinsichtlich der fachlichen Inhalte und des Praxisanteils. Wer diesen Beruf erlernen möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich auf die Bezeichnung oder die Anzahl der Unterrichtsstunden schauen. Wichtiger sind Fragen wie:

  • Werden die Grundlagen der Ernährungsphysiologie vermittelt?
  • Wird der tatsächliche Nährstoffbedarf behandelt?
  • Wird Rationsberechnung ausführlich gelernt?
  • Wird die praktische Anwendung geübt?
  • Werden verschiedene Fütterungsformen betrachtet?
  • Wird die Bewertung von Fertigfutter vermittelt?
  • Gibt es Fallbeispiele?
  • Wird auch der Umgang mit besonderen gesundheitlichen Anforderungen vermittelt?
  • Wie viel Gelegenheit gibt es, Fragen zu stellen und das Wissen praktisch anzuwenden?

Eine gute Ausbildung sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern dazu befähigen, dieses Wissen auch in der Beratung anzuwenden.

Ausbildung zum Tierernährungsberater bei G&H Tierernährung

Bei G&H Seminare Tierernährung liegt der Schwerpunkt auf der Verbindung von fundiertem Fachwissen und praktischer Anwendung.

Die Ausbildung kann je nach Tierart und gewünschter Qualifikation unterschiedlich aufgebaut werden.

Für Hunde beginnt der Weg mit der Ausbildung zum Hundeernährungsberater. Wer anschließend tiefer in die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Erkrankungen einsteigen möchte, kann die Ausbildung zum Gesundheitsberater anschließen.

Auch eine Spezialisierung auf Pferde oder die Zusatzqualifikation Katzenernährung ist möglich.

Das Ziel ist nicht, lediglich Futterpläne erstellen zu können. Teilnehmer sollen verstehen, warum eine Ration so zusammengesetzt wird, welche Nährstoffe berücksichtigt werden müssen und wie sich Veränderungen der Fütterung auf die Versorgung des Tieres auswirken können.

-> Ausbildung Hunde-ErnährungsberaterIn

-> Ausbildung Pferde-ErnährungsberaterIn

Frau mit Kopfhörer am PC - Beratungsgespräch zur Tierernährung

Ist Tierernährungsberater ein Beruf mit Zukunft?

Das Interesse an der Ernährung von Hunden, Katzen und Pferden ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Tierhalter beschäftigen sich zunehmend mit Inhaltsstoffen, Nährstoffversorgung, verschiedenen Fütterungskonzepten und individuellen Bedürfnissen ihrer Tiere.

Gleichzeitig wird die Ernährung immer individueller.

Ein junger, sportlicher Hund hat andere Anforderungen als ein älterer Hund mit gesundheitlichen Einschränkungen. Ein Freizeitpferd benötigt eine andere Ration als ein Pferd im Leistungssport. Und bei Katzen müssen die besonderen ernährungsphysiologischen Anforderungen dieser Tierart berücksichtigt werden.

Genau hier liegt das Tätigkeitsfeld einer fachlich fundierten Tierernährungsberatung.

Wer Freude an Tierernährung, wissenschaftlichem Arbeiten und der praktischen Beratung von Tierhaltern hat, kann sich mit einer entsprechenden Ausbildung ein interessantes Tätigkeitsfeld erschließen.

Fazit

Autorin: Heidi Herrmann

Tierernährungsberatung bedeutet mehr, als einen Futterplan zu erstellen.

Eine gute Beratung verbindet Wissen über Nährstoffe und Bedarf mit Rationsberechnung, Futtermittelkunde, verschiedenen Fütterungsformen und der individuellen Situation des Tieres.

Wer Tierernährungsberater werden möchte, sollte deshalb eine Ausbildung wählen, die fachliches Verständnis, Berechnung und praktische Anwendung miteinander verbindet.

Bei G&H Tierernährung kannst du dich auf Hunde-, Pferde- und Katzenernährung spezialisieren und deine Kenntnisse bei Bedarf durch die Gesundheitsberatung für Hunde erweitern.

Mehr über die Ausbildungen bei G&H Tierernährung erfahren.

Häufige Fragen zum Beruf Tierernährungsberater

Ist Tierernährungsberater ein staatlich anerkannter Beruf?

Nein. Die Ausbildung zum Tierernährungsberater ist in Deutschland nicht einheitlich staatlich geregelt. Deshalb lohnt sich ein genauer Vergleich der Ausbildungsinhalte und des Praxisanteils.

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Einkommen hängt unter anderem davon ab, ob selbstständig oder angestellt gearbeitet wird, welche Tierarten beraten werden, welche Zusatzqualifikationen vorhanden sind und wie viele Beratungen durchgeführt werden.

Ja. Viele Tierernährungsberater arbeiten selbstständig und bieten beispielsweise individuelle Rationsberechnungen, Futterberatung oder Online-Beratungen an.

Nein. Die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen gehören zur tierärztlichen Tätigkeit. Eine Ernährungsberatung kann jedoch – auf Grundlage einer tierärztlichen Diagnose und gegebenenfalls in Abstimmung mit dem Tierarzt – die Fütterung entsprechend anpassen.

Nein. Eine tierärztliche Ausbildung ist keine Voraussetzung für eine Ausbildung zum Tierernährungsberater. Umso wichtiger ist eine fundierte Ausbildung in Tierernährung und ein klarer Umgang mit den Grenzen der eigenen Tätigkeit.

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