Blogbeitrag

Vitamin D im Winter: Was Hund, Katze und Pferd brauchen

Hund mit Leckerlie auf der Schnauze - Wieviel Vitamin D braucht das Tier im Winter

Die Katze liegt am liebsten an der Heizung, der Hundespaziergang findet oft im Dunkeln statt und die Pferdeweide macht Winterpause. Da liegt die Frage nahe: Bekommen unsere Tiere jetzt noch genügend Vitamin D? Schließlich hören wir immer wieder, wie wichtig Sonnenlicht für die Versorgung ist.

Was für uns Menschen gilt, lässt sich allerdings nicht einfach auf Hund, Katze und Pferd übertragen. Besonders bei Hunden und Katzen entscheidet das Futter über die Vitamin-D-Versorgung – im Sommer ebenso wie im Winter. Für mich beginnt die Frage nach einer sinnvollen Ergänzung deshalb mit einem Blick in den Napf beziehungsweise in die Futterkrippe.

Warum Hunde und Katzen Vitamin D über das Futter brauchen

Vitamin D ist eng mit dem Kalzium- und Phosphorstoffwechsel verbunden. Es hilft dem Körper, diese Mineralstoffe aufzunehmen und zu nutzen, und trägt damit zur Entwicklung und Erhaltung gesunder Knochen bei. Seine aktive Form wirkt dabei wie ein Hormon.

Wir Menschen können unter dem Einfluss von UV-B-Licht Vitamin D in der Haut bilden. Hunde und Katzen sind dazu nicht in ausreichendem Umfang in der Lage. Sie müssen ihren Bedarf über die Nahrung decken. Das liegt an Besonderheiten ihres Stoffwechsels und lässt sich nicht allein durch ihr schützendes Fell erklären. Auch ein kurzhaariger Hund kann seine Versorgung daher nicht durch ausgiebiges Sonnenbaden sicherstellen.

Sonnenlicht, Bewegung und Aufenthalt im Freien gehören selbstverständlich zu einem guten Tieralltag. Für die Vitamin-D-Versorgung von Hund und Katze ersetzen sie jedoch keine passende Fütterung. Ebenso wenig versorgt sich eine Katze ausreichend mit Vitamin D, indem sie ihr sonnenbeschienenes Fell ableckt.

Die dunkle Jahreszeit verursacht bei diesen Tieren also nicht automatisch einen Vitamin-D-Mangel. Ist die Ration bedarfsdeckend und wird sie gut verwertet, braucht es allein wegen kürzerer Tage keine zusätzliche Gabe.

Welche Futtermittel Vitamin D liefern

Zu den natürlichen Vitamin-D-Quellen gehören vor allem bestimmte fettreiche Fische, beispielsweise Hering und Lachs. Auch Eigelb und einige Innereien können zur Versorgung beitragen. Wie viel Vitamin D tatsächlich aufgenommen wird, hängt allerdings vom jeweiligen Futtermittel und seiner Menge ab. „Es sind Innereien enthalten“ reicht als Beurteilung einer Ration deshalb nicht aus.

Bei selbst zusammengestellten Mahlzeiten schaue ich mir daher die gesamte Zusammensetzung an. Fleisch, Gemüse und eine Kalziumquelle ergeben noch nicht automatisch eine vollständige Versorgung. Auch eine abwechslungsreiche Fütterung kann dauerhaft zu wenig Vitamin D liefern, wenn geeignete Quellen fehlen oder nur gelegentlich in kleinen Mengen gefüttert werden.

Das bedeutet keineswegs, dass eine natürliche Fütterung schwierig oder ungeeignet wäre. Die Zutaten müssen nur so zusammengestellt werden, dass sie gemeinsam den Bedarf des Tieres decken. Ein berechneter Futterplan schafft dafür eine verlässliche Grundlage.

Bei einem bedarfsdeckenden Alleinfuttermittel ist Vitamin D bereits berücksichtigt. Das kann sowohl Nass- als auch Trockenfutter sein. Zusätze dienen hier dazu, die Nährstoffversorgung sicherzustellen. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, lässt sich deshalb nicht allein daran festmachen, ob das Vitamin aus einer natürlichen Zutat oder einem zugesetzten Präparat stammt.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Fischöl und Fischleberöl. Ein Lachsöl, das wegen seiner Omega-3-Fettsäuren gefüttert wird, ist nicht automatisch eine verlässliche Vitamin-D-Quelle. Lebertran dagegen kann erhebliche Mengen an Vitamin D und Vitamin A enthalten. Für seine Verwendung müssen die deklarierten Gehalte und die übrige Ration bekannt sein.

Beim Pferd kommt es besonders auf das Raufutter an

Pferde beziehen Vitamin D vor allem über ihre Nahrung. Dabei spielt Vitamin D₂ eine wichtige Rolle. Es entsteht unter UV-Licht aus Vorstufen von Pilzen und Hefen, die auf Pflanzen vorkommen. Weidefutter und insbesondere sonnengetrocknetes Heu können deshalb zur Versorgung beitragen. Wie viel enthalten ist, hängt unter anderem von den Ernte- und Trocknungsbedingungen ab.

Die Vorstellung, ein Pferd müsse nur lange genug in der Sonne stehen, um genügend Vitamin D zu bilden, greift zu kurz. Neuere Untersuchungen sprechen dafür, dass die körpereigene Bildung über die Haut kaum zur Versorgung beiträgt. Die Fütterung verdient daher besondere Aufmerksamkeit.

Im Winter verändert sich bei vielen Pferden die Futtergrundlage: Frisches Weidegras fällt weg, Heu übernimmt den Hauptanteil der Ration. Das ist ein guter Anlass, Raufutter, Mineralfutter und weitere Ergänzungen gemeinsam zu prüfen. Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes Pferd im Winter zusätzlich Vitamin D benötigt.

Als Pferdewirtschaftsmeisterin betrachte ich dabei immer auch Haltung, Alter und Leistung. Ein wachsendes Jungpferd stellt andere Anforderungen an die Ration als ein ausgewachsenes Freizeitpferd. Die Höhe eines Vitamin-D-Blutwertes lässt sich außerdem nicht nach menschlichen Maßstäben beurteilen: Pferde haben einen eigenen Vitamin-D-Stoffwechsel, zu dem weiterhin geforscht wird.

Wann eine Ergänzung sinnvoll ist

Eine Ergänzung kann sinnvoll sein, wenn die bisherige Fütterung den Bedarf nicht deckt. Dann geht es darum, die Versorgungslücke gezielt zu schließen. Mit dem Rationsrechner für Hunde, Katzen und Pferde kannst du Bedarf und Versorgung gegenüberstellen. Die Aussagekraft hängt dabei auch davon ab, wie vollständig die Angaben zu den verwendeten Futtermitteln sind.

Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Eine zu hohe Aufnahme kann den Mineralstoffhaushalt stören und unter anderem die Nieren schädigen. Deshalb empfehle ich weder einen pauschalen Teelöffel Lebertran noch Vitamin-D-Tropfen nach einer Dosierung für Menschen. Entscheidend ist, was das Tier insgesamt aus Futter und Ergänzungen erhält.

Wirkt ein Tier im Winter müde oder weniger lebhaft, ist das für sich genommen kein Hinweis auf einen Vitamin-D-Mangel. Tagesablauf, Bewegung, Alter und gesundheitliche Veränderungen können ebenfalls eine Rolle spielen. Bei anhaltenden Auffälligkeiten sollten die Ursachen abgeklärt werden; gegebenenfalls gehört dazu auch eine gezielte Blutuntersuchung.

In meiner Arbeit als Tierernährungsberaterin und Tierheilpraktikerin gehören Fütterung, Haltung und Wohlbefinden zusammen. Natürliche Vitaminquellen lassen sich gut nutzen, wenn ihre Mengen zur Ration passen. Eine gezielte Ergänzung kann ebenso ihren Platz haben. Die Jahreszeit allein entscheidet darüber nicht.

Geht es dir zusätzlich um Futtermenge, Energiebedarf und Körpergewicht in der kalten Jahreszeit, findest du mehr dazu im Beitrag Hunde und Katzen im Winter richtig ernähren.

Autorin: Heidi Herrmann

Weitere Beiträge

Golden Retriever im Gras mit einer Zecke im Fell, die in einer vergrößerten Detailansicht gezeigt wird.

Hund nach Zeckenbiss schlapp oder lahm? Diese Warnzeichen solltest du kennen

Übergewichtiger Mops sitzt auf einer Terrasse – Übergewicht bei Hunden erkennen

Übergewicht bei Hund und Katze: Muss jetzt das Fett weg?

Heuernte mit Heuballen auf einer Wiese und mit einer Heuanalyse zur Veranschaulichung

Heuanalyse beim Pferd: Warum Du wissen solltest, was im Heu steckt

Ein Friesenpferd steht mit Heidi Herrmann an der Schubkarre und frisst Heu

Rationsberechnung Pferd: Fütterung nicht schätzen

```html ``` ```html ```