Draußen ist es kalt, im Stall riecht es nach warmem Mash und dein Pferd wartet schon auf seinen Futtereimer. Solche Momente gehören für viele Pferdehalter zum Winter dazu. Eine warme Mahlzeit fühlt sich nach Fürsorge an – und wird von den meisten Pferden ausgesprochen gern gefressen. Doch was bringt Mash tatsächlich?
Bei der Beurteilung schaue ich zuerst auf die Zutaten und auf das Pferd, das vor mir steht. Ein älteres Pferd mit Zahnproblemen braucht etwas anderes als ein leichtfuttriges Pony. Mash kann eine sinnvolle Ergänzung sein, manchmal auch ein fester Bestandteil der Fütterung. Allein die Bezeichnung sagt aber wenig darüber aus, ob die Mischung zu deinem Pferd passt.
Was steckt im Mash?
Das klassische Mash besteht meist aus Kleie, Leinsamen und Getreide, beispielsweise Hafer. Diese Mischung hat in der Pferdefütterung eine lange Tradition. Früher wurde sie im Stall gekocht und vor allem nach anstrengender Arbeit oder in Erholungsphasen angeboten.
Heute findest du unter derselben Bezeichnung sehr unterschiedliche Futtermittel. Neben traditionellen Rezepturen gibt es getreide- und kleiefreie Mischungen auf Basis von Grasfasern, Luzerne oder Rübenschnitzeln. Manche liefern reichlich Energie, andere eignen sich eher für Pferde, die mit wenig zusätzlichem Futter auskommen. Gemeinsam ist ihnen die Zubereitung mit Wasser zu einer weichen Mahlzeit.
Leinsamen bringen Fett mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren mit. Ihre Schleimstoffe erklären, weshalb sie traditionell zur Unterstützung des Verdauungstrakts eingesetzt werden. Wie viel eine Mashportion davon tatsächlich liefert, hängt allerdings vom Leinsamenanteil und von der gefütterten Menge ab. Ein kleiner Zusatz macht aus einer beliebigen Mischung noch kein besonders wirksames Verdauungsfutter.
Für mich gehört zu einem ganzheitlichen Blick deshalb auch die Frage, wie Mash in den Fütterungsalltag passt: Was frisst dein Pferd sonst, wie verträgt es die Zutaten und welchen Zweck soll die zusätzliche Mahlzeit erfüllen?
Wann Mash deinem Pferd helfen kann
Ein klarer Vorteil ist das Wasser, das dein Pferd mit dem eingeweichten Futter aufnimmt. Gerade im Winter, wenn frisches Gras fehlt und manche Pferde kaltes Wasser weniger gern trinken, kann das hilfreich sein. Mash ergänzt die Flüssigkeitsaufnahme; ausreichend sauberes Trinkwasser und gut erreichbare Tränken bleiben trotzdem entscheidend.
Auch bei wählerischen Pferden kann eine vertraute, schmackhafte Mashmahlzeit die Futteraufnahme erleichtern. Frisst dein Pferd plötzlich schlechter, solltest du allerdings nach der Ursache schauen. Zahnprobleme, Schmerzen oder Stress lassen sich nicht allein durch ein besonders leckeres Futter lösen.
Bei älteren Pferden ist die weiche Konsistenz oft der wichtigste Nutzen. Wenn das Kauen schwerfällt, lässt sich eingeweichtes Futter leichter aufnehmen. Eine Portion gewöhnliches Ergänzungs-Mash ersetzt jedoch keine ausreichende Raufutterversorgung. Kann dein Pferd Heu nicht mehr genügend zerkleinern, braucht es einen darauf abgestimmten Futterplan mit geeigneten, vollständig eingeweichten Raufutterersatzprodukten.
Nach einer Erkrankung kann Mash ebenfalls Teil einer angepassten Fütterung sein. Nach einer Kolik oder Operation müssen Futterart, Menge und Zeitpunkt aber mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden. Bei Kotwasser, Durchfall oder Magenproblemen lohnt es sich, die gesamte Fütterung und Haltung zu betrachten. Ein passend ausgewähltes Mash kann begleiten, ist jedoch keine pauschale Lösung für jede Verdauungsstörung.
Im Fellwechsel können die enthaltenen Fettsäuren und weiteren Nährstoffe zur Versorgung beitragen. Ob dein Pferd dafür überhaupt eine Ergänzung braucht, hängt von seiner bisherigen Ration ab. Mash lässt sich daher nicht allein wegen des Fellwechsels grundsätzlich empfehlen.
Wie oft darf dein Pferd Mash bekommen?
Die häufige Empfehlung „höchstens zwei- bis dreimal pro Woche“ lässt sich nicht auf jede Mashmischung übertragen. Entscheidend sind Zusammensetzung, Menge und die übrige Ration. Ein dafür geeignetes Produkt kann nach langsamer Gewöhnung durchaus täglich gefüttert werden. Umgekehrt kann eine große, ungewohnte Portion auch dann unpassend sein, wenn sie nur sonntags im Eimer landet.
Bei kleiereichem Mash verdient die Mineralstoffversorgung besondere Aufmerksamkeit. Weizenkleie enthält viel Phosphor und vergleichsweise wenig Calcium. Wird sie in größeren Mengen regelmäßig gefüttert, muss das in der Gesamtration berücksichtigt werden. Kleie ist deshalb nicht grundsätzlich ungeeignet, sollte aber gezielt eingesetzt werden. Ein pauschales Verbot täglicher Fütterung greift ebenso zu kurz wie die Annahme, jede Mischung sei automatisch ausgewogen.
Bei leichtfuttrigen Pferden zählt außerdem die zusätzliche Energie. Für Pferde mit Insulinproblemen, EMS oder Hufrehe sind insbesondere die tatsächlichen Zucker- und Stärkegehalte wichtig. „Getreidefrei“ allein ist dafür kein ausreichendes Auswahlkriterium.
Wie viel Mash sinnvoll ist, lässt sich deshalb nicht allein am Pferdegewicht festmachen. Wiege die trockene Menge vor dem Einweichen ab und berücksichtige sie im Futterplan. Möchtest du genauer prüfen, was die Ergänzung verändert, hilft dir der G&H Rationsrechner für Pferde. Die Grundlagen dazu erkläre ich im Beitrag zur Rationsberechnung beim Pferd.
Mash richtig zubereiten – fertig gekauft oder selbst gemischt
Bei fertigem Mash richtest du dich nach den Angaben zu Wassermenge, Temperatur und Quellzeit. Ein allgemeines Mischungsverhältnis passt nicht zu allen Produkten. Die Zutaten müssen vollständig durchfeuchtet und ausreichend gequollen sein. Rühre die Mischung gründlich um und kontrolliere vor dem Füttern auch im Inneren die Temperatur. Lauwarm ist für viele Pferde angenehm.
Bereite Mash möglichst frisch zu und reinige den Eimer nach jeder Mahlzeit. Eingeweichte Futterreste können besonders bei warmem Wetter schnell verderben. Mineralfutter oder andere Zusätze gibst du entsprechend ihrer Anwendungshinweise dazu; hitzeempfindliche Produkte erst nach dem Abkühlen.
Du kannst Mash auch selbst zusammenstellen. Für eine faserbetonte Variante kommen beispielsweise eingeweichte Heucobs und unmelassierte Rübenschnitzel infrage. Dazu kannst du eine zur Ration passende Menge Leinsamen ergänzen. Jede Zutat wird nach ihrer eigenen Zubereitungsvorgabe vorbereitet, bevor du alles vermischst. Verwende bei Leinsamen ein für die Pferdefütterung vorgesehenes Produkt und beachte dessen Verarbeitungshinweise.
Auch die traditionelle Mischung aus Hafer, Kleie und Leinsamen hat ihren Platz, wenn sie zum Pferd und zur Gesamtversorgung passt. Eine feste Rezeptmenge für jedes Pferd wäre allerdings wenig hilfreich. Kräuter oder Öl ergänze ich ebenfalls nach einem konkreten Bedarf, denn jede weitere Zutat verändert die Mischung.
Wie kann ich Mash selber machen?
Du musst kein fertiges Mash kaufen, sondern kannst dieses auch ganz einfach selbst machen. Die Zutaten kannst du leicht in einer Mühle, dem Reformhaus oder im Supermarkt kaufen. Das Grundrezept kannst du mit Leinöl, Kräutern oder Bananen ergänzen.
Rezept Mash
Zutaten Mash:
- 250 g gequetschter Hafer oder Haferflocken
- 150 g Kleie (Schalen von Hafer, Weizen, Dinkel)
- 50 g ganze Leinsamen
- 1 TL Salz
Zubereitung Mash:
- Bringe die Leinsamen mit reichlich Wasser zum Kochen und reduziere anschließend die Hitze. Unter Rühren lässt du die Leinsamen so lange kochen, bis sie von einer schleimigen Haut überzogen sind (ca. 20 – 30 Minuten).
- Die Weizenkleie lässt du ebenfalls in heißem Wasser quellen und vermengst sie anschließend mit dem abgekühlten Leinsamen, dem Hafer und dem Salz.
- Eventuell musst du noch warmes Wasser hinzugeben, bis es ein homogener Brei wird.
- Verfüttere das Mash am besten noch lauwarm.
Zur Abwandlung in eine getreide- und kleiefreie Rezeptur ersetze das Getreide und die Kleie mit eingeweichten Heu-/Luzernecobs und/oder ausgequollenen Rübenschnitzeln. Die Zubereitung erfolgt, wie oben beschrieben.
Wenn du solche Entscheidungen für deine eigenen Pferde oder in deiner Beratung sicher treffen möchtest, vertiefen wir diese Zusammenhänge in der Ausbildung zum Pferdeernährungsberater. Gerade für Tierheilpraktiker und Ernährungsberater verbindet die Beurteilung einzelner Futtermittel den Blick auf das ganze Pferd mit einer nachvollziehbaren Fütterungsplanung.
Autorin: Heidi Herrmann