Mein Hund/Katze kratzt sich – FUTTER-ALLERGIE?

Sicher liegt es am Futter, werden Sie denken. Abwarten, Allergien können fütterungsbedingt sein, müssen aber nicht!

Die praktische Erfahrung zeigt, dass nur ca. 20 % aller Allergien wirklich auf einen Nahrungs-Rohstoff zurück zu führen sind. Bei Tieren, welche im ersten Jahr an Giardien (Einzeller im Darm) erkrankt waren, liegt das Risiko allerdings höher.

Wo, wann und wie kratzt sich Ihr Tier?

Fährt es blitzartig herum um sich zu beißen oder zu kratzen, sollten Sie an Flöhe, Zecken, Milben oder Pilze denken. Das einzige was Sie sicher sehen können, ist die Zecke. Pilze und Milben sind zu klein und Flöhe kommen nur kurz zum Saugen auf das Tier und leben ansonsten irgendwo im Raum. Aus Floh-Stichen können haarlose, entzündliche Stellen, das sogenannte Flohekzem, entstehen. Diese Hunde und Katzen müssen 100% flohfrei gehalten werden.

Ist Ihr Tier mit einem wirkungsvollen Spot-On-Präparat gegen Parasiten geschützt worden, gibt es immer noch mehrere Möglichkeiten, denn auch gegen diese Mittel (auch Flohhalsbänder) reagieren einige Tiere mit Allergien.

Leidet Ihr Tier nur von Frühjahr bis Herbst an seiner Allergie (im Winter gibt es kein Problem) und sind die geröteten, haarlosen Stellen mehr am Bauch, Hinterläufen und/oder den Pfoten lokalisiert, könnte Ihr Hund eine Grasmilben-Allergie haben oder ein verschmutztes Gewässer zur Erfrischung benutzen. Häufig entzündete Augen ebenfalls nur in dieser Zeit, können der Hinweis auf eine Reaktion gegen Gräser und Pollen sein.

Konnten Sie bisher alles verneinen, dann überlegen Sie bitte, ob Sie vor Ausbruch der Allergie irgendetwas gekauft oder verändert haben? Es kann das neue Hundekörbchen sein, der neue Teppich, der neue Anstrich etc. Allergisch kann man eben leider auf ALLES werden.
Natürlich auch auf das tägliche Futter, da aber besonders auf die chemischen Zusätze darin. Farbstoffe oder Konservierungsstoffe wie BHA, BHT, Propylgallat oder Ethoxyquin sollten keinesfalls enthalten sein.

Wenn nichts von allem Geschriebenen bisher zutrifft, dann könnte es sich dann doch um eine reine Futtermittel-Allergie handeln. Sehr häufig gibt es Allergien auf Soja, Mais und Getreide, aber auch auf Rind- und Hühnerfleisch sowie Hausstaubmilben. Das liegt einfach daran, dass diese Komponenten Hauptbestandteil der meisten Trockenfutter sind, und besonders häufig zum Einsatz kommen. Die Hausstaubmilben vermehren sich explosionsartig im Trockenfutter, wenn es nicht richtig verschlossen wurde.
Um herauszufinden, auf was Ihr Tier allergisch reagiert, ernähren Sie es am besten für sechs Wochen äußerst spartanisch, sprich mit max. zwei Futterkomponenten: einer Fleischsorte und einem Kohlenhydrat. Dieses sollte dann noch etwas sein, was Ihr Hund/Katze bisher noch nicht gefressen hat, z.B. Kaninchen und Pferd pur oder mit Kartoffel.

Haben Sie durch diese Eliminationsdiät den Grund der Nahrungs-Allergie ausgeschlossen, verbessert sich der Zustand Ihres Tieres zusehends. Anschließend muss die Ration wieder vollwertig gestaltet werden. Dabei hilft Ihnen auch der Ernährungsberater.